SWTOR Fansite Summit: Spielbericht – Kopfgeldjäger
- 2. Mai 2011 - 16 Uhr
- von Xsi
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Austin: 30 Grad Celsius, 90% Luftfeuchtigkeit – ähnliche Bedingungen mussten wohl auch geherrscht haben, als es am 28. April 1787 südwestlich von Tonga zur berühmten Meuterei auf dem britischen Segelschiff Bounty kam. Mehr als 200 Jahre später und ca. 4000 km weiter östlich, trat der Name „Bounty“ wieder im Zusammenhang mit Kämpfe, Intrigen und hitzigen Wortgefechten in Erscheinung. Nur war es dieses mal die SWTOR Charakterklasse Bounty Hunter (dt.: Kopfgeldjäger), die ich während des Star Wars: The Old Republic Fansite Summits über 5 Stunden, in einem durch fast 20 schwer ackernde Rechner alles andere als kühlen Konferenzraum des Entwicklers BioWare sitzend, steuerte, tief versunken in die atmosphärische Welt von Star Wars: The Old Republic.
Der Kopfgeldjäger war die erste Klasse die Bioware öffentlich vorstellte. Die Ranged-DPS Klasse kämpft mit Lasern, Raketenwerfern und Granaten für das Sith Imperium, die dunkle Seite der Macht.
Unmittelbar zu Beginn: Lasersalven auf der rechten, packende Lichtschwertkämpfe auf der linken Seite, NPCs duellieren sich bis aufs Blut.
Direkt nach verlassen des Startgebäudes stellte dich das Gefühl ein, mitten im Kampf zwischen Galaktischer Republic und Sith Imperium zu sein. Nach einer kurzen Startsequenz, die die Hintergrundgeschichte das Kopfgeldjägers beleuchtet und die Hauptquest in Gang setzt, mischte meine, noch schwache, Level 1 Kopfgeldjägerin bereits im optisch eindrucksvollen Kampfgetümmel mit.
Grafik, Sound und Atmosphäre
Die Grafik in SWTOR ist detailreich und stimmig, alles wirkt wie aus einem Guss. Freilich darf man keine neue Grafikreferenz à la Far Cry 3 erwarten, dafür aber eine wohl recht große Menge gleichgesinnter Mitspieler, denn SWTOR dürfte auch auf älteren Systemen ruckelfrei spielbar sein.
Das Startgebiet Jiguuna auf dem Planeten Hutta erinnerte mich ein wenig an die postapokalyptische Ödnis in Fallout 3 und zeichnet sich durch die dichte Atmosphäre aus. Insbesondere ein Blick in den nächtlichen Himmel brachte mir Freude und ließ sofort Star Wars Feeling aufkommen.
Unterstützt wird das fulminante Spielerlebnis durch die fast schon kinoreife Musikuntermalung, die sich selbst vor der Filmmusik eines Hans Zimmers nicht verstecken muss. Die Bandbreite reicht hier von klassischen Streichinstrumenten, in emotionalen Quest-Cutscenes, bis zu fast schon surreal schrägen Synthie-Sounds in einer Cantina.
So gut die Musik, die engl Sprachausgabe und die Soundeffekte gerade in dem – Bioware-typisch, fast schon perfekten Quest- und Gesprächssystem sind, so durchschnittlich präsentierten sich mir die eigentlichen Aufgaben. Hier bietet Star Wars: The Old Republic zur Zeit noch nicht viel mehr, als genretypische „töte fünf Gegner“ oder “sammle 10 Gegenstände“ Durchschnittskost. Allerdings lassen sich alle Aufträge logisch nachvollziehen und sind dank diverser Komfort-Features, wie z.B. einfach zu deutenden kleinen Icons auf der Minimap, leicht zu erledigen, als auch durch die Story-Begleitung nicht ganz so dröge.
Gameplay, Quest und Flashpoints
Besagte fünf Gegner einer solchen Beispielquest, erledigte, die Kopfgeldjägerin mit Lasersalven, Raketen und Granaten, die allerdings nur in Nachtkampfreichweite erfolgreich einzusetzen waren. In brenzligen Situationen, griff die Kopfgeldjägerin auf diverse Crowd-Control Fähigkeiten aus ihrem Repertoire zurück, wie etwa einem Stun. Fast alle Fähigkeiten wirkten „Instant“, hatten eine geringe Cooldown- und keine Kanalisierungszeit. Daher lässt sich das Spielerlebnis mit meiner Auftragskillerin in SWTOR grob wie eine Mischung aus World of Warcraft und Unreal Tournament beschreiben – extrem actionreich.
Zu einfach machte es das Spiel meiner Kopfgeldjägerin jedoch nie. Nach recht kurzer Zeit begann die Waffe, bedingt durch die hohe Schussfrequenz, zu überhitzen und es ließen sich nur noch schwächere Fähigkeiten verwenden, bis eine Abkühlung des Arbeitswerkzeugs der der Kopfgeldjägerin einsetzte. Dieser intelligente Manaersatz lässt auf interessante und anspruchsvolle Rotationen im späteren Raidcontent hoffen.
The Black Talon
Rotationen oder eine angepasste Skillung waren im später angespielten Einstiegs-Flashpoint „The Black Talon“ nicht von Nöten. Der Schwierigkeitsgrad war dennoch vergleichsweise knackig. So mussten sich meine – mittlerweile auf Level 9 aufgestiegene – Kopfgeldjägerin und ihre Mitstreiter, zwei Imperiale Agenten und ein weiterer Kopfgeldjäger, der ersten Trashmob-Gruppe geschlagen geben. Nachdem das Gruppen-Kampfsystem verstanden war und das Verhalten der durchaus intelligent agierenden Gegner-Gruppen und Boss-Monster berechenbarer wurde, war der Rest des Falshpoints kein Problem mehr.
Anders, als beim Genreprimus World of Warcraft, steht in den „Flashpoint“ genannten Instanzen von SWTOR jedoch nicht ausschließlich das Töten und Plündern von Gegnern im Mittelpunkt. Bioware ist hier eine erfrischende Mischung aus spannenden Singleplayer-Story-Elementen und fordernden, actionreichen Kampfphasen gelungen. Das Gesprächssystem ist grandios. Erhält die Gruppe eine Quest oder führt eine Diskussion mit einem NPC, so darf jeder der Party-Mitglieder eine persönliche Antwort auswählen. Ähnlich wie im Loot-System, wird nun innerhalb der Gruppe gewürfelt. Der Charakter mit dem höchsten Wurf spricht stellvertretend für die gesamte Gruppe. Hier sind Lacher und amüsante Momente garantiert.
Fazit und Ausblick
Wenn Bioware es schafft kleine Schwächen in der Bedienung auszumerzen, der Endgame Content dauerhaft motiviert und das User-Interface zeitgemäß überarbeitet wird, dann wird uns mit SWTOR eine MMORPG-Perle erwarten, in der das Role-Playing Game wirklich groß geschrieben werden darf.












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