Nachdem ich in meinem ersten Bericht bereits die überwiegend aus Einzelspielererlebnissen resultierenden Eindrücke schilderte, die ich während des Star Wars: The Old Republic Fansite Summits mit meinem Imperialen Agenten hatte sammeln können, so will ich in diesem Artikel auf die gesammelten Mehrspielererfahrung während des SWTOR Flashpoints Black Talon eingehen. Immerhin besteht der besondere Reiz eines MMORPGs ja darin, mit anderen Spielern gemeinsam zu agieren und nicht alleine für sich zu spielen.

Für alle, die es noch nicht wissen sollten: unter Flashpoints versteht man in BioWares Star Wars MMORPG allgemein das, was woanders simpel als Instanz bezeichnet wird. Allerdings, so gab BioWare an, seien Flashpoints wesentlich längere Instanzen, die eine Geschichte erzählten, auf die Spieler, dank des Mehrspieler-Dialogsystems, einen Gewissen Einfluss ausüben könnten und die ein abwechslungsreicheres Spielerlebnis böten. Entgegen früherer Äußerungen, werden sämtliche Flashpoints in SWTOR für maximal vier Spieler ausgelegt sein. Finden zwei oder drei Spieler keine weitere Unterstützung, so können alternativ auch Gefährten in den Flashpoints aushelfen, was im Klartext bedeutet: 2 Spieler + 2 Gefährten oder 3 Spieler + 1 Gefährte.

ss_20110128_002_flashpoint-black-talon_01 Als jemand dem kleine Instanzen, für die man nicht erst feste Termine, wie für Raids etwa, anberaumen muss, sehr schätzt, besonders wenn sie dennoch herausfordernd (BRD/Scholomance in WoW Vanilla) oder mit einer schönen Geschichte (HDZ 4 in WoW – WotLK) verquickt sind, war ich gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich der Black Talon Flashpoint wohl spielen würde und vor allem, ob und wie das Mehrspieler-Dialogsystem funktionieren würde, von dem ich mir nicht vorstellen konnte, dass es, ohne aufgesetzt zu wirken, sich gut in das actionreiche Gameplay einer Instanz einfügen könnte.

Da ich mit meinem Imperialen Agenten, der Spezies der Chiss angehörig und auf den Namen Te’zz’anos getauft, in den zurückliegenden Stunden nur Stufe 7 erreicht hatte, stufte Community Manager David Bass ihn kurzerhand per Konsolenbefehl um zwei weitere Level auf und versetzte ihn zum Ausgangspunkt des Flashpoints, nahe des Questgebers in einem Raumhafen. Zu diesem Zeitpunkt verblieben noch knapp anderthalb Stunden, bis das Spielvergnügen für diesen Tag beendet sein würde. Das Wissen darum, dass ich am nächsten Tag, aufgrund des frühen Abflugtermins, nicht mehr in den Genuss kommen würde, den bereits auf der PAX EAST 2011 anzuspielenden Flashpoint Taral V in Augenschein nehmen zu können, ließ mich immer hibbeliger auf meinem Stuhl hin und herrutschen. Leider hingen viele Spieler noch im Ladebildschirm fest, was trotz der eifrigen Bemühungen von Community Managern und Entwicklern im Raum, diesen Misstand zu beheben, schlussendlich nur durch einen Serverneustart zu beheben war. Daraufhin folgten noch einige Unstimmigkeiten, was die Questannahme respektive die Instanzen-ID betraf. Bis Xsi mit seiner Kopfgeldjägerin, ich mit meinem Agenten und unsere Kollegen von OldRep.de gegenüber, von denen ebenfalls jeweils einer eine der beiden Fernkampfklassen lenkte, endlich beginnen konnten, verblieb nur noch weniger als eine Stunde Spielzeit.

black-talon_revinal-orzik_newsbild Also nichts wie los, auf zum imperialen Raumschiff Black Talon. Nach kurzen Einleitungsdialogen, führte uns ein Protokolldroide zum Schiffseingang, an dem uns imperiale Soldaten den Zutritt verwehrten. Der Kapitän des Schiffes, Revinal Orzik, hatte sich dem Befehl von Roßmoff Kilran wiedersetzt und unsere Truppe sollte nun für Ordnung sorgen. Soweit der grobe Story-Rahmen der Mission. Wir mussten also aufs Schiff, man wollte uns daran hindern, der erste Kampf war unausweichlich.

HURRA, auf sie mit”…Wipe. Na, das ging ja gut los. Doch anders, als zunächst durch diesen peinlichen Ausrutscher vermutet, kamen wir danach zügig voran. Erweiterte Klassen gibt es in SWTOR bekanntermaßen ja erst ab Stufe 10, somit waren weder Heiler- noch Tank-Rollen im Black Talon Flashpoint auszufüllen, also wurde munter alles unter Feuer genommen, was sich uns in den Weg stellte – zu mehr als 80% ebenfalls Fernkämpfer. Mobs pullte immer der, der gerade Lust hatte, eine Taktik verfolgten wir nicht und eine solche war auch – soviel vorweg – zu keinem Zeitpunkt wirklich notwendig, auch wenn es während eines späteren Bosskampfes noch einmal knapp für unser Fernkampfquartett werden sollte.

Doch zunächst erreichten wir zügig die Brücke des Schiffes, wo unser Trüppchen auf besagten Kapitän und seine Crew traf. Wie aus einem früheren Bioware Video bereits bekannt, gab es im Verlauf des nun folgenden Dialoges die Wahl, Orzik ab Leben zu lassen oder eben auch nicht. Was ist im Zweifelsfall in PC-Spielen immer die schnellste Methode? Richtig, umnieten! Was Entscheidungen dieser Art anbelangte, so waren die beiden Imperialen Agenten im Team, also auch mein Te’zz’anos, meist einer Meinung, was sich nicht selten auch in entsprechenden Handlungen und nicht nur in ähnlichen Wortlauten wiederspiegelte. Selbst wenn ich also den Wurf, bei dem jeweils die höchste Zahl zwischen 1 bis 100 darüber entscheidet, ob man eine ausgewählte Antwort auch tatsächlich geben darf (auch wenn die eigene Antwort nicht gegeben wird, da jemand einen höheren Wurf erzielt, so erhält man dennoch Helle- oder Dunkle-Seite-Punkte, die der eigenen Wahl entsprechen.), einmal verlor – und im Gegensatz zum Würfelglück bei Item-Drops, gewann ich während der Dialoge überdurchschnittlich viele Würfe -, so nahm die Geschichte doch vielfach den von mir gewünschten Verlauf. Für jeden gewonnenen Wurf, erhielt ich sogenannte “Social Points”, deren genauer Nutzen jedoch noch unbekannt ist – mir zumindest.

black-talon_revinal-orzik_dialog_newsbild Anders, als zunächst von mir erwartet, entpuppte sich das Mehrspieler-Dialogsystem keineswegs als Action-Bremsklotz, sondern verlieh dem Szenario das gewisse Etwas, was man so noch in keinem MMORPG bisher zu sehen bekam. Würfe von Spielern, die bereits ihre Antwort ausgewählt hatten, wurden sofort angezeigt. So war bei einer recht hohen Zahl gleich klar, dass die Chancen darauf, dass der eigene Spielcharakter die Antwort geben durfte, vergleichsweise gering waren und es eigentlich keinen Grund mehr dafür gab, sich mit der Auswahl noch länger Zeit zu lassen. Entscheidungen waren binnen weniger Sekunden gefällt und Dialoge verliefen entsprechend flüssig, ohne, dass bei mir jemals das Gefühl von Ungeduld aufkam, obgleich ich mich insgeheim bereits immer schon auf die nächste Möglichkeit freute, NPCs eine der knappen und teilweise richtig fiesen Antworten meines Imperialen Agenten entgegenzubringen.

Die Kämpfe gegen Non-Elite-Gegner in den langen Gängen des Raumschiffes, in welchem im späteren Verlauf des Flashpoints Streiter der Galaktischen Republik eindringen sollten, empfand ich als nicht sonderlich spannend und wenig herausfordernd – aber wann war Trash-Mobs-Kloppen dies jemals gewesen? Wesentlich beeindruckender waren da schon die Hallen und Hangars des Schiffes, die, im Verhältnis zu den kleinen Charaktermodellen, geradezu gigantische Ausmaße aufwiesen und mir wirklich das Gefühl vermittelten, auf einem riesigen Raumschiff zu sein. In diesen größeren, bis teilweise gigantischen Räumen fanden dann auch die meisten Bosskämpfe statt, von denen mindestens einer – bei einem weiteren bin ich mir nicht mehr sicher – optional war und durch eine Quest freigeschaltet wurde, nachdem wir eine bestimmte Anzahl eines gewissen Gegnertyps beseitigt hatten.

black-talon_kampf_01_newsbild black-talon_kampf_02_newsbild

Dieser Droide sollte unsere größte Herausforderung während des Black Talon Flashpoints darstellen. Obgleich es sich um den ersten Flashpoint des Sith-Imperiums handelte, so verfügte dieser Boss bereits über einige interessante Mechaniken, wie ich sie zu einem so frühen Zeitpunkt noch nicht erwartet hätte. Nachspawnende Nahkampfgegner an den Seiten überraschten mich, als ich gerade in Deckung gehen wollte – und wie bereits im Spielbericht zum Argenten erwähnt, tat sich dieser alles andere als einfach mit Nahkämpfern -, Feuerattacken hielten die Gruppe auf Trapp und vergleichsweise Schwache “Sonden” erschienen auf der Bildfläche und begannen damit, den so mühsam seine Lebensenergie beraubten Kampfdroiden wieder zu heilen. Letzten Endes überstanden wir den Kampf knapp. Praktisch war in diesem Fall, dass der einzige Überlebende uns nach dem Kampf kurzerhand vom Boden aufkratzen und es direkt weitergehen konnte. (Gefallene Kameraden ins Leben zurück holen, kann während der SWTOR Flashpoints jeder Charakter außerhalb des Kampfes.) Da ich – anders als bei einem unglücklichen Tod zuvor, de mal wieder dem Umstand geschuldet war, dass ich meinen Lebensbalken nicht im Blick hatte und halbtot einen Angriff begann – nach meinem Dahinscheiden während des Kampfes nicht den Button “Zur Krankenstation zurückkehren” gedrückt hatte, erhielt ich sogar die mehr als hart erarbeiteten Erfahrungspunkte für den vorangegangenen Bossfight.

Um in verschiedene Bereiche des Flashpoints gelangen zu können, mussten mehrfach die Dienste eines Aufzugs in Anspruch genommen werden, der anscheinend immer nur von einem Spieler zur gleichen Zeit benutzt werden konnte. Ortswechsel dauerten aus diesem Grund recht lang. Und während der letzte unserer Gruppe noch darauf wartete, dass endlich die Bedienungsanimation einsetzte, war der erste nicht selten schon wieder blindlings in den Kampf gestürmt und hatte bereits beträchtlich an Lebensenergie eingebüßt. Es ist jedoch gut Möglich, dass es sich hierbei um eine Unzulänglichkeit der SWTOR Demo handelte, die auch an anderen Stellen (Z.B. im Boden feststecken) deutlich aufzeigte, dass es sich hierbei noch um eine recht frühe Version von BioWares Star Wars MMORPG gehandelt haben muss, die alles andere als Bugfrei war.

Weitere Bosskämpfe waren ebenfalls interessant gestaltet, jedoch ohne nennenswerte Anstrengungen zu meistern. Gegen Ende des Flashpoints – zumindest meine ich durch die Kopfhörer hindurch einen der unserer Gruppe zu diesem Zeitpunkt beim Spielen zuschauenden Entwickler oder Community Manager gehört zu haben, wie er etwas in der Art verlauten ließ – stellte sich uns eine junge Twi’lek Jedi in den Weg. Die Nahkämpferin präsentierte ein beeindruckendes Potpourri ihrer Macht-Fähigkeiten und hielt einiges aus, ließ sich jedoch recht einfach abwechselnd Kiten und währenddessen vom Rest der Gruppe unter Feuer nehmen. Direkt nach diesem Kampf war unsere Spielzeit vorbei.

Fazit:

Ich war recht überrascht und angetan davon, wie sich mir der Flashpoint Black Talon darbot. Revolutionäre Überraschungen konnte ich nicht ausmachen, doch die Story und die mit ihr einhergehenden Mehrspielerdialoge verliehen diesem klassischen Bestandteil von MMORPGs einen neuen, attraktiven anstrich, der wohl erst nach zigfachem Durchspielen langsam an Farbe verlieren dürfte. Die Kämpfe gestalteten sich zwar herausfordernder als erwartet, jedoch hätten sie für meinen Geschmack doch etwas knackiger sein dürfen, als dass sie von einem uneingespielten, unausgeglichenem (nur Range DDs) Team vergleichsweise problemlos zu bewältigen gewesen wären. Letztendlich darf man jedoch nicht vergessen, dass es sich beim Black Talon Flashpoint um den ersten seiner Art handelt, den Spieler der Fraktion des Sith-Imperiums in SWTOR zu bewältigen haben, weswegen BioWare hier eventuell einen eher moderaten Schwierigkeitsgrad ansetzt, um nicht gleich Spieler reihenweise zu entmutigen und zu verschrecken, und dass das Balancing in einem Demo-Build letztendlich auch noch nicht final ist. Alles in allem machte der Black Talon Flashpoint vor allem eines: Lust auf mehr!


Einloggen um zu Kommentieren

Kommentare (0)

  • Keine Kommentare

    Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert, bitte logg dich ein um einen Beitrag zu schreiben
    Du hast noch keinen Account? Jetzt registrieren!


Einloggen um zu Kommentieren Ins Forum

Das könnte dich auch interessieren