SWTOR Fansite Summit: Spielbericht – PvP Warzone Alderaan
- 6. Mai 2011 - 17 Uhr
- von Freynan
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Auch wenn ich persönlich mit PvP, dem Kampf Spieler gegen Spieler, in MMORPGs bisher nicht allzu viel anfangen konnte, was zum Teil meiner Opferrolle als Heilig-Priester in den Anfangszeiten von WoW und bei einem späteren Anlauf den unzumutbaren Lags in Warhammer Online geschuldet sein mag, so komme ich nicht umhin, zumindest einen knappen Bericht über die kurze aber intensive PvP-Erfahrung zu verfassen, um die ich während des Star Wars: The Old Republic Fansite Summits in der Warzone Alderaan bereichert wurde. Aufgrund einer frühen Abreise, war es mir lediglich lediglich vergönnt, eine einzige komplette und eine halbe Schlacht auf Alderaan zu schlagen, was letztendlich nur einen sehr flüchtigen Blick auf das PvP-Geschehen in SWTOR zuließ.
Um so vorteilhafter erwies es sich, dass PvP Lead Designer Gabe Amatangelo kurz vor Spielbeginn eine kleine Präsentation abhielt, in der er einige interessante Informationen zum PvP in Star Wars: The Old Republic verriet. Daraus ging hervor, dass es zwar spezielles PvP-Gear geben wird, dieses jedoch nur einen Vorteil von etwa 10% gegenüber PvE-Gear bieten soll. Ferner will man Spielern verschiedene Anreize geben, zusammenzuarbeiten, anstatt sich nur darauf zu konzentrieren, möglichst viele “Kills” in einer Warzone zu erzielen und dabei die eigentliche Aufgabe aus den Augen zu verlieren. Eine dieser Motivationshilfen sind sogenannte “Badges”, Abzeichen, die Spieler für die Erfüllung verschiedenster Aufgaben erhalten. Zusätzlich werden Spieler nach einer Partie Team-Mitglieder auszeichnen können, die ihrer Meinung nach sehr gute Arbeit geleistet haben, die sich jedoch nicht unbedingt in Kills niedergeschlagen hat, was besonders Heiler und Tanks motivieren soll. Aus diesem Grund wird es erst 20-30 Sekunden nach dem Ende der Schlacht möglich sein, das Kriegsgebiet zu verlassen.
Tanks, die im PvP an sich ja nur bedingt ihre Rolle ausfüllen können, erhalten in SWTOR eine sogenannte “Wächter-Fähigkeit”. Diese kann auf Teammitglieder angewendet werden, woraufhin der Tank 50% des von diesen Spielern erlittenen Schadens auf sich nimmt. Spieler, auf die die “Guard-Ability” angewendet wird, können beliebig gewechselt werden.
Zusätzlich zur Erfahrungspunkten, wird es im PvP in Star Wars: The Old Republic “Tapferkeitspunkte” (orig.: valor) zur erringen geben. “Valor-Tokens” dienen als Tauschwährung für PvP-Gear.
Diminishing Returns, wohinter sich – grob erklärt – eine Abschwächung oder kürzere Wirkungsdauer einer eingesetzten Fähigkeit bei wiederholter Anwendung auf ein und dasselbe Ziel verbirgt, wird visuell in einem zweiten Balken unterhalb der Lebensanzeige von Gegnern dargestellt. So erkennen Spieler direkt, ob es sich lohnt, eine Fähigkeit bereits wieder auf das selbe Ziel anzuwenden oder ob man damit lieber noch etwas warten sollte.
So, nun jedoch endlich zum PvP-Kriegsgebiet Alderaan. Dieses ist simpel aufgebaut. Das Sith-Imperium und die Galaktische Republik sind mit zwei Schiffen vor Ort. Das jeweils gegnerische Schiff ist mittels dreier Kanonen, die es gilt unter Kontrolle zu bringen, abzuschießen. Auf dem kreisrunden Schlachtfeld, welches von der Fläche her etwa den 1,5 bis 2 Mal so groß sein dürfte, wie die Warsongschlucht in WoW, befindet sich eine der Kanonen in der Mitte, eine im Westen und eine entgegengesetzt im Osten. Spieler gelangen von ihrem Raumschiff, auf welchem sie nach dem Ableben auch wieder spawnen, per Taxi in etwa 20 Sekunden bis zur Planetenoberfläche. Die Kontrolle einer der Geschütztürme am Rand schaltet jeweils eine neue Taxiroute dorthin frei. Sobald der erste Geschützturm von einer Partei erobert wird, beginnt der Beschuss des feindlichen Schiffes, der Timer läuft. Hat das Schiff der gegnerischen Fraktion sämtliche Lebenspunkte eingebüßt (ich meine, es waren 350 gewesen), ist der Kampf auf dem Schlachtfeld vorüber.
Während der Spielrunde auf dem Fansite Summit standen sämtliche Erweiterten Klassen SWTORs auf Level 20 zur Verfügung. Auf meinem PC war es zunächst ein Jedi-Hüter, mit dem ich furchtlos in den Kampf zog und versuchte mittels der oben beschriebenen “Guard-Fähigkeit”, Schaden von Verbündeten fernzuhalten oder auch mal aktiv Gegner mit Projektilen einzudecken oder meine Macht-Kräfte schmecken zu lassen. Anscheinend mangelte es jedoch an Mitspielern, die bereit wahren, sich als Heiler zu engagieren, weswegen ich so peu a peu an Gesundheit verlor und irgendwann das Zeitliche segnete. Doch dies dauert stets eine ganze Weile im SWTOR PvP-Kampf. Übermächtige DDs, die andere binnen Sekunden aus den Latschen kippen lassen, braucht man dort nicht zu fürchten. Meiner Meinung nach kommt dies dem Gruppenspiel sehr zugute, da man, mehr als in anderen MMOs, auch auf den Schlachtfeldern auf die Hilfe der Mitspieler angewiesen ist, um erfolgreich zu sein. Mal “eben” auf die Suche nach einem schwachen Opfer zu gehen, ist nicht drin. Wer sich im 1on1 versucht, wird mitunter mehrere Minuten seinem Team nicht zur Verfügung stehen und guckt Dumm aus der Wäsche, wenn nach drei Minuten Kampf kurz mal ein Heiler vorbei schaut und dem Kontrahenten die vorher so mühevoll abgetrotzten Lebenspunkte zurück gibt.
Was mir besonders positiv auffiel, war der Umstand, dass auch im dichtesten Kampfgetümmel es mir weitgehend möglich war, trotz der wirklich schmucken visuellen Effekte der Fähigkeiten diverser Charakterklassen, den Überblick zu behalten. Zu keinem Zeitpunkt wirkte der Bildschirm “überladen”. Wesentlich schwerer tat ich mir damit, herauszufinden, mit welcher Art von Gegner ich es nun zu tun hatte, da die Größe und Proportionen der Spezies hier allesamt recht ähnlich sind. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass es in diesem Fall schlichtweg die nicht vorhandene Erfahrung und Spielpraxis war, die mir die Unterscheidung erschwerte. Mitten im Spielgeschehen räumte ich den Platz für einen der Kollegen von TORWars.com, der mich bislang aus dem Hintergrund angefeuert hatte.
Zur 2. Spielrunden nahm ich dann vor einem PC platzt, auf dem ein Sith-Marodeur auf Befehle wartete, die ich dieser lupenreinen DD-Klasse nur allzu gerne erteilte. Unglücklicherweise waren sämtliche Spieler der vorherigen Partie gerade dabei, sich ihre BioWare-Mitbringsel abzuholen, weswegen zunächst nur eine 4 vs. 4 Match zustande kam. Die Konsequenz daraus war, dass mehr gelaufen wurde, als gekämpft. Auf meinen Spaziergängen fand ich insgesamt zwei der verschiedenen “Power Ups”, die in den Kriegsgebieten verteilt sind und z.B. Lebensenergie wieder herstellen oder die Laufgeschwindigkeit kurzfristig erhöhen. Dann kam es zu einer schicksalhaften Begegnung mit einem Jedi der Republik. Gefühlte fünf Minuten prallte Lichtschwert auf Lichtschwert und folgte Machtangriff auf Machtangriff. Nach zähem Ringen unterlag ich, wild und wie im Rausch auf die Tasten hämmernd, knapp. “Was it you?”, schallte es von der gegenüberliegenden Seite des Raumes herüber, wo das von Anstrengung und Begeisterung kündende Gesicht meines Gegners mir verdeutlichte, dass die beeindruckende Kampferfahrung wohl ein beiderseitiges Erlebnis war und nicht nur eine subjektive Empfindung meinerseits.
Als dann nach und nach die anderen PCs wieder besetzt wurden, war das Sith-Imperium über einige Zeit deutlich in der Unterzahl, was letztendlich zu einem deutlichen Sieg für die Galaktische Republik führte, doch das war für mich nebensächlich. Ich hatte zum ersten Mal in meiner Spielerkarriere gefallen am PvP gefunden. Und wenn es BioWare mit SWTOR schafft, sogar mich, den ausgewiesenen PvP-Muffel, in kürzester Zeit für diese Spielform regelrecht zu begeistern, dann stehen die Chancen zumindest nicht allzu schlecht, dass der PvP-Part von Star Wars: The Old Republic auch bei anderen Spielern Gefallen findet.












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