Nicht selten, wenn BioWares Senior Writer für Star Wars: The Old Republic, Daniel Erickson, im offiziellen Forum geschichtliches Hintergrundwissen zu Star Wars oder SWTOR direkt vermittelt, geschieht dies in einem recht umfangreichen Beitrag. So auch ist auch seine neuste Wortmeldung von beachtlicher Länge, in der er genau erklärt unter welchen Vorraussetzungen eine Heirat unter Jedi oder unter Sith in jener Zeit möglich ist, in der sich die Ereignisse von SWTOR zutragen, welchem jeweiligen Zweck sie dient und wie Ehen ihren Status erlangten.

danielericksonnov2010-137x127 Es fällt mir nicht schwer, hier die offizielle Antwort zu geben. Zunächst, lasst uns jedoch sicherstellen, dass jeder auf dem selben [Informations]Stand ist. Kulturen verändern ich mit der Zeit. Sie entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen, Wertvorstellungen ändern sich, Zuströme neuer Bevölkerungsgruppen oder Entdeckungen ändern Definitionen davon, was als “normal” gilt, etc. Wenn wir also direkt über Star Wars: The Old Republic sprechen, dann gelten Argumente über Dinge, die tausende Jahre früher oder später so waren, nicht, im Hinblick auf Vergleiche und Unterschiede. Was wir heutzutage unter einer Heirat verstehen dürfte nicht dem entsprechen, was im alten Rom darunter verstanden wurde und ich zweifle daran, dass es in 3000 Jahren noch so sein wird wie heute. Lasst uns also über Jedi und Sith in der Zeitperiode sprechen, in der The Old Republic spielt.

In den letzten zweihundert Jahren vollzog der Jedi-Orden einen stetigen Wandel hin zum Konservatismus. Die Liberalisierung, die in den Jahrhunderten nach den Ereignissen in Knights of the Old Republic II notwenig war, um die Reihen der Jedi wieder aufzufüllen, wird rückwirkend als notwendiges Übel erachtet. In der Folgezeit gab es eine Zahl schrecklicher Dunkler Jedi, die sich als Warlords oder schlimmeres hervortaten.

Die zwei Faktoren, die am häufigsten in Forschungsberichten genannt werden, die den Fall eines Jedi verursachten, waren ungewöhnliche Trainingsmethoden und Verstrickungen romantischer Natur. Demzufolge kehrte man zu althergebrachten Lehrmethoden zurück die an frühere Traditionen des Jedi-Ordens anknüpften. Meister, denen es erlaubt war Padawane auszubilden (und die es vermochten, mehr als nur einen Schüler zu trainieren), wurden strenger und Romanzen wurden als Ursache für emotionale Schwächen strengstens überwacht. Zum Zeitpunkt, wenn das Spiel beginnt, ist es als Jedi möglich, zu Heiraten. Allerdings bedarf die Heirat einer unglaublich langen Reihe von Einverständniserklärungen – sogar vom Hohe Rat der Jedi. Ohne den geringsten Zweifel, muss ein Paar beweisen, dass es den Belastungen solch eine Beziehung gewachsen sind. Sämtliche Kinder der Jedi werden ihren Eltern entrissen und von den Jedi als Ganzes aufgezogen, wie es auch bei anderen Machtnutzern in der Republik üblich ist.

In den letzten tausend Jahren benötigte das Sith-Imperium Stabilität und Wachstum mehr als alles andere. Dies Bedeutet: Bündnisse um Machtkämpfen vorbeugten und Ermutigung zur Zeugung von mehr Kindern, was wiederum Heirat und eine Fokussierung auf die Familie bedeutet.

War früher einmal das einzelne Individuum von Bedeutung, so sind heutzutage Verwandtschaften im sozialen Gefüge von großer Wichtigkeit. Entstammt ein Sith einer langen Erblinie mächtiger Sith, wird er es einfacher haben, die Akademie zu absolvieren, ihm stehen mehr Möglichkeiten offen. Eine Familie, in deren Reihen bislang kein Machtnutzer vertreten ist und die sich plötzlich eines machtsensitiven Kindes gewahr werden, werden alles hergeben, um ihm ein Kampftraining zu ermöglichen und Lehrer für geistige Disziplin bezahlen zu können – denn wenn dieses Kind die Prüfungen der Akademie besteht und zum Sith aufsteigt, steigt gleichzeitig die gesamte Familie in die zweithöchste soziale Klasse der imperialen Gesellschaft auf. Seite an Seite mit Moffs und Gouverneuren, nur noch die Sith selbst über ihnen.

Eine Ehe wird bei den Sith üblicherweise zwischen nur zwei Personen geschlossen und dient häufig der Schmiedung von politischen Allianzen. Liebesheiraten gibt es oftmals zwischen den Sith niedrigeren Ranges, werden jedoch in höheren Kreisen zunehmend seltener, je näher man dem Lord an der Spitze der Machtpyramide kommt. Ehen zwischen Sith und Nicht-Sith sind selten, da Sith der Meinung sind,  dies könne die Chancen auf einen machtsensitiven Sprössling verringern. Auch wenn nicht darüber gesprochen wird, ist es gängige Praxis, dass Sith-Eltern nicht-machtsensitive Kinder töten und anschließend bestreiten, sie hätten jemals existiert oder behaupten, es seien Totgeburten gewesen etc. Von einem Sith, der offen zugibt, keine machtsensitiven Nachkommen zu haben, wird angenommen, er trage wissentlich dazu bei, die Blutlinie seiner Familie zu verdünnen.

Ehebrüche sind bei den Sith an der Tagesordnung, obgleich offiziell ein Straftatbestand. Scheidungen werden aufs schärfste missbilligt, jedoch wird die Tötung eines untreuen Ehepartners in der Gesellschaft akzeptiert. Lediglich wenn ein Mitglied des Dunklen Rates ein Paar trennt, um die Konzentration von zu viel Mach zu unterbinden, wird man eine verbindliche Scheidung erleben.”


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Kommentare (2)

  • TeH-Droid's Avatar

    Und willst du, Darth Malgus, die hier anwesende namenlose Sith zu deiner Frau nehmen, die betrügen und zu deinem eigenen politischen Vorteil missbrauchen, bis dass einer von euch den anderen umbringt, so murmele "Ja". Hiermit erkläre ich euch Kraft meines Amtes zu Sith und Sith. Möge die Macht mit euch sein


  • Seyalanir's Avatar

    Haha köstlich @Droid

    Ich finde es cool, wie Daniel sich immer die Mühe macht, derartige Hintergründe zu erläutern, auch wenn sie fürs Spiel keine wirkliche Rolle spielen. Mir zeigt dass, wie viel Gedanken man sich um die logische Storygestaltung macht und das wiederum lässt mich hoffen, dass die Story im Spiel der Wahnsinn wird!

    So und nun schreibe ich weiter an meinem Ratgeber: "Wie angle ich mir einen mächtigen Sith-Mann



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